Wenn der weiße Flieder wieder blüht

Frühling in der deutschen Heimat

„Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ zählt zu einem der bekanntesten deutschen Heimatfilme aus dem Jahr 1953.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Deutscher Titel: Wenn der weiße Flieder wieder blüht
  • Produktionsland: Bundesrepublik Deutschland
  • Originalsprache: Deutsch
  • Erscheinungsjahr: 1953
  • Länge Kinofassung: 98 Minuten
  • Regie: Hans Deppe
  • Musik Franz Doelle

Besetzung:

  • Willy Fritsch: Willy Forster
  • Magda Schneider: Therese Forster
  • Romy Schneider: Evchen Forster
  • Hertha Feiler: Ellen
  • Paul Klinger: Peter Schroeder
  • Albert Florath: Professor Mutzbauer
  • Trude Wilke-Roßwog: Frau Moeslein
  • Götz George: Klaus
  • Nina von Porembsky: Barbara
  • Erika Block: Lieselotte
  • Erna Haffner: Frau Kühn
  • Liselotte Köster: Tänzerin
  • Jockel Stahl: Tänzer

Heile Welt und unberührte Natur

In den 1950er Jahren waren Filme wie „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“, der deutsche und österreichische Heimatfilm, eines der beliebtesten Genres.

Als Gegenpol zu den traumatischen Erlebnissen des Zweiten Weltkriegs benutzt der Heimatfilm bevorzugt idyllische Bilder wie unberührte Landschaften, die vom Zweiten Weltkrieg verschont geblieben sind.

Er arbeitet mit klischeehaften Gegensatzpaaren wie Stadt und ländlichem Raum, Tradition und Fortschritt, Alt und Jung, Österreich und Deutschland/Preußen, Stammes- und Rassengegensätze.

Begriffe wie Heimat und Tradition – von den Nationalsozialisten für ihre Zwecke instrumentalisiert, werden hier bewusst umgedeutet, um dem Zuschauer eine kurze Reise in die heile Welt zu ermöglichen.

Patchworkfamilie in den 50ern

Die Beziehung von Willy Forster und der Näherin Therese ist aufgrund wirtschaftlicher Sorgen einer starken Belastungsprobe ausgesetzt. Nach einem Ehestreit verlässt Willy seine Frau, nichts ahnend, dass sie ein Kind von ihm erwartet.

Evchen wächst ohne leiblichen Vater, allein mit ihrer Mutter und deren Freund Peter auf.

Nach fünfzehn Jahren Abwesenheit taucht Willy, der inzwischen unter dem Pseudonym „Bill Perry“ in USA Karriere gemacht hat, auf. Er lässt sich bei Therese blicken, die ihm aber verschweigt, dass Evchen seine Tochter ist.

Evchen, ein großer Fan von „Bill Perry“, nimmt selbständig Kontakt auf und so kommt schließlich heraus, dass es sich um ihren Vater handelt.

Die erwartete Familienzusammenführung stellt sich jedoch nicht ein, vielmehr stellen Therese und ihr langjähriger Freund Peter fest, dass sie längst ein Paar sind. Und Willy merkt, dass ihm seine Managerin ans Herz gewachsen ist.

Romys und Götz George gemeinsames Filmdebüt

Romy Schneider hat mit „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ ihr erste Rolle und steht mit ihrer Mutter Magda Schneider gemeinsam vor der Kamera. Nicht zuletzt ist er auch wegen des gemeinsamen Filmdebüts von Romy Schneider und Götz George sehr sehenswert.

Außerdem mit von der Partie sind Schauspieler wie Willy Fritsch, Paul Klinger, Magda Schneider und Hertha Feiler – Altstars des deutschen Film bereits vor dem Zweiten Weltkrieg.

Die Titelmelodie schrieb Franz Doelle, erfolgreichster Komponist der Ufa Filme in den 1930er Jahren. Der Film stammt aus dem Jahr 1928 und war einer von vielen erfolgreichen Evergreens. Viele Hits von Franz Doelle erlebten in den Nachkriegsjahren eine wahre Renaissance.

Untypisch hessisch

Untypisch für den deutschen Heimatfilm, der bevorzugt Almwiesen, Täler und Berghänge als Kulisse benutzt, ist „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ allerdings, weil er in Wiesbaden und Umgebung gedreht ist. Er zählt damit zu den wenigen Heimatfilmen, die im Hessischen spielen. Aufnahmen der Wiesbadener Altstadt machen den Film besonders reizvoll.

Als einer der wenigen Musikfilme der Zeit ist das Happy-End nicht von Anfang an vorhersehbar, sondern entwickelt sich über Umwege.

Regie führte Hans Deppe. Er ist bekannt für die Inszenierung einiger Klassiker des deutschen Heimatfilms in den 1950er Jahren wie z.B.

  • Schwarzwaldmädel (1950) oder
  • Grün ist die Heide (1951)

Schon die Comedian Harmonists sangen seine Texte:

Das Drehbuch beruht auf einer Novelle von Fritz Rotter, österreichischer Autor und Komponist.

In den 1920er Jahren arbeitete er in Berlin mit Künstlern wie Robert Stolz, schrieb Schlagertexte und komponierte Filmmusiken und -lieder, die u.a. von Richart Tauber und den Comedian Harmonists interpretiert wurden.

Im amerikanischen Exil

Im Krieg arbeitete er im amerikanischen Exil zusammen mit Franz Werfel, Fritz Kortner und Fritz Lang und schrieb Drehbücher zu zahlreichen Filmen.

Nach dem Krieg kehrte er nach Europa zurück und verfasste weiterhin Drehbücher und Schlagertexte. Sein Lebenswerk umfasst an die 1.200 Texte für die leichte Muse.

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