Trio Infernal

Der Teufel steckt im Detail

„Trio Infernal“ ist eine schwarze Komödie aus dem Jahre 1974. Regie führte Francis Girod.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Deutscher Titel: Trio Infernal
  • Originaltitel: Le Trio infernal
  • Produktionsland: Frankreich, BRD, Italien
  • Originalsprache: Französisch
  • Erscheinungsjahr: 1974
  • Länge: 107, 84 (geschnitten) Minuten
  • Altersfreigabe: FSK 18
  • Regie: Francis Girod
  • Musik:Ennio Morricone

Besetzung:

  • Michel Piccoli: Georges Sarret
  • Romy Schneider: Philomene Schmidt
  • Mascha Gonska: Catherine Schmidt
  • Andréa Ferréol: Noemie
  • Monica Fiorentini: Magali
  • Jean Rigaux: Villette

Schwarzer Humor pur

Die Kritik im Lexikon des internationalen Films tadelt das „Trio Infernal“ als „streckenweise krass naturalistisches Schauerstück, weit entfernt von Parodie und Satire“.

Der Film sei „nur ansatzweise ein ernstzunehmendes Abbild moderner Lebensformen und Gesellschaftsmechanismen“.

Dass es gerade Kennzeichen des Genres selbst ist, sich zum Gegenstand von gesellschaftlichen, sexuellen und gesellschaftlichen Kontroversen zu machen, in denen die Grenzen des sogenannten guten Geschmacks zum Reizthema werden, wird hierbei vergessen.

Ein Anwalt und seine engagierten Helferinnen

Das Trio Infernal besteht aus den drei Hauptdarstellern

  • Philomene Schmidt (Romy Schneider),
  • ihrer Schwester Catherine (Mascha Gonska) und
  • Georges Sarret (Michel Piccoli).

Im Marseille der 1920er Jahren steht Philomene, Pflegerin einer alten Dame, nach deren Tod ganz plötzlich auf der Straße. Ihr älterer Liebhaber Villette (Jean Rigaux) hilft ihr nicht aus der wirtschaftlichen Misere, indem er sie zu seiner Frau macht. Einer Scheidung von seiner seit dem Krieg verschollenen Frau sei nicht möglich.

Der skrupellose Rechtsanwalt Georges stellt seine Hilfe zur Verfügung und legt Villette eine gefälschte Todesbescheinigung vor. Damit steht einer Heirat nichts mehr im Weg.

Philomene und Catherine werden die Geliebten des Anwalts und bilden das „Trio Infernal“. Nach Villettes baldigem Tod bedauert Georges, keine Lebensversicherung für ihn abgeschlossen zu haben.

Heirat aus Nächstenliebe

Das zweite Opfer des Trios wird der kranke Rentner Detreuil, den er überredet, eine junge Deutsche zu heiraten, damit sie die französische Staatsangehörigkeit annehmen kann.

Diesmal ist Catherine die Braut. Und Georges schließt als Kopf des Trios – aus dem ersten Fehler gelernt – eine Lebensversicherung ab.

Nach Detreuils Tod teilt Georges nach Abzug seiner angeblichen Ausgaben den Rest durch zwei: die eine Hälfte für sich, die andere für seine beiden Geliebten.

Übung macht den Meister

Dem dritten und vierten Mord fallen Chambon, der sich zuvor als Detreuil ausgegeben hatte und seine reiche Frau Noemie (Andréa Ferreol) zum Opfer:

Beim gemeinsam gefeierten Weihnachtsfest erschießt Georges Chambon, während Noemie und Philomene den Abwasch machen. Noemie wird mit einem Gewehr nieder gestreckt. Das Trio schleift die Leichen anschließend ins Badezimmer, um sie in der mit Säure gefüllten Badewanne aufzulösen.

Georges erschleicht sich mithilfe eines weiteren Komplizen, der sich im Beisein eines Notars als Chambon ausgibt, das Haus der Ermordeten. Die Lebensversicherung, auf den Namen des todkranken Schuhmachers Di Lorenz abgeschlossen, bekommt er zudem.

Ehebruch und aufopfernde Liebe

Entschlossen, Politiker zu werden, sticht er seinen Konkurrenten aus, indem er kompromittierende Fotos mit anderen Frauen in flagranti veröffentlicht.

Als nächstes schließt Georges für Catherine eine hohe Lebensversicherung ab. Philome soll eine junge, kranke Waise finden, die dann als Catherine ausgegeben werden soll.

Philomene gibt sich als reiche wohltätige Witwe aus und findet tatsächlich eine schwindsüchtige junge Frau (Monica Fiorentini) ohne Angehörige. Das „Trio Infernal“ holt das Mädchen zu sich ins Haus, um sie zu pflegen. Catherine spielt Dienstmädchen und Krankenpflegerin in einer Person.

Georges führt die Lungenkranke nachts in ein Spielcasino und bringt Catherine dazu, die Erschöpfte anschließend in ihrem Bett zu verführen. Dies soll ihren Tod beschleunigen, bewirkt aber wider Erwarten das Gegenteil. Das lesbische Mädchen lebt richtiggehend auf.

Catherine verübt Selbstmord und Georges flüstert bei der Beerdigung Philomene zu, dass die Lebensversicherung gezahlt hat. Bald darauf heiraten sie.

Das Leben schreibt die besten Geschichten

Als Vorlage zum Film diente der authentische Fall des geldgierigen Rechtsanwalt des Mörders Georges-Alexandre Sarrejani aus Marseille, der 1934 zum Tod verurteilt und enthauptet wurde.

Catherine sollte ursprünglich von Uschi Glas gespielt werden. Sie lehnte die Rolle jedoch ab unter der Begründung: „Ich hätte meine Seele opfern müssen für diese Rolle.“

Romy Schneider brilliert als von der französischen Presse gefeiertes „charmantes Monster“. Mit „Trio Infernal“ gelang es endgültig, ihren „Sissi-Stempel“ abzulegen.

Eine Antwort auf Trio Infernal

  1. Ralf sagt:

    R. Schneider und ihre Filme fand ich nicht so prickelnd, Francis Girod hat aber ein par durchaus spannende Sachen gemacht! Ich denke da z.B. an „Der Horizont“ aus meinem Geburtsjahr 1967 ;o)

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