Nachtblende

Intensiv gespieltes Psychogramm:

„Nachtblende“ ist ein französisches Filmdrama des Regisseurs Andrzej Zulawski aus dem Jahr 1974.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Deutscher Titel: Nachtblende
  • Originaltitel: L’important c’est d’aimer
  • Produktionsland: Frankreich
  • Originalsprache: Französisch
  • Erscheinungsjahr: 1975
  • Länge: 109 Minuten
  • Altersfreigabe: FSK 18
  • Regie:Andrzej Żuławski

Besetzung:

  • Romy Schneider: Nadine Chevalier
  • Fabio Testi: Servais Mont
  • Jacques Dutronc: Jacques Chevalier
  • Claude Dauphin: Mazelli
  • Roger Blin: Servais’ Vater
  • Gabrielle Doulcet: Mazellis Frau
  • Michel Robin: Raymond Lapade
  • Guy Mairesse: Laurent Messala
  • Katia Tchenko: Myriam
  • Nicoletta Machiavelli: Luce, Lapades Frau
  • Klaus Kinski: Karl-Heinz Zimmer

Extreme Gefühle:

Das Lexikon des Internationalen Films bezeichnet „Nachtblende“ als Mischung aus Psychogramm-Versuch und Melodram“.

Dem Regisseur Andrzej Zulawski gelingt es in „Nachtblende“ mit einer neutralen Herangehensweise, aus der beobachtenden Distanz, die Darsteller zu Höchstleistungen zu motivieren.

In „Nachtblende“ sind Bilder von stark emotionaler Wucht zu sehen, in der es um Extremsituationen der menschlichen Existenz geht.
Themen wie Liebe, Verzweiflung, gegenseitige Abhängigkeiten, Sucht, Geld, Macht, niedere Instinkte und menschliche Leidenschaften sind es, die „Nachtblende“ zu einem psychologisch dichten Meisterwerk machen.

Der Zuschauer wird in „Nachtblenden“ mit Seiten seiner eigenen Persönlichkeit konfrontiert, die Angst machen und gleichzeitig faszinieren.

Ein Grundthema ist das Nachdenken über den Sinn des Lebens und die Gratwanderung des Künstlerdaseins auf der Suche nach kommerziellen Erfolg und ästhetischen Anspruch.

Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit:

Die Hauptakteure in „Nachtblende“ sind Nadine (Romy Schneider), ihr Mann Jacques Chevalier (Jacques Dutronc) und Servais Mont (Fabio Testi).

Nadine ist eine erfolglose Schauspielerin und arbeitet im Pornogeschäft, um sich und ihrem lebensuntüchtigen, depressiven Mann das Überleben zu sichern.

Jacques ist aber nicht in der Lage, ihre Gefühle ernsthaft zu erwidern und so sucht Nadine in „Nachtblende“ in ihrer Verzweiflung Halt bei dem Fotografen Servais, den sie bei Dreharbeiten kennen gelernt hat.

Wahrheit und Uneigennützigkeit der Gefühle:

Servais liebt Nadine, will aber keine Affäre mit ihr eingehen, solange sie mit Jacques verheiratet ist.

Servais steht außerdem in der Verantwortung für seinem alkohol – und drogensüchtigen Vater (Roger Blin).

Um dessen Schulden bei der Mafia zu begleichen, lässt er sich von dem Mafiapaten Mazelli (Claude Dauphin) zwingen, ein Porno-Fotoshooting durchzuführen.

Gleichzeitig leiht er sich von der Mafia Geld, um Nadine ein seriöses Theaterengagement zu ermöglichen. Das Stück „Richard III.“ wird aber ein völliger Misserfolg.

Servais weigert sich, weiter für die Mafia zu arbeiten. Dies hat zur Konsequenz , dass er auf brutale Weise zusammengeschlagen wird.

Der Selbstmord von Jacques beendet auf abrupte Weise das zerstörerische Dreiecksverhältnis der drei Hauptpersonen.

„Nachtblende“ endet damit, dass Nadine Servais ihre Liebe gesteht.

Extrem gefordert in ihrer Rolle:

Die Dreharbeiten in „Nachtblende“ fordern Romy das Äußerste ab. Sie schreibt in ihr Tagebuch, sie habe „ihr Fett wegbekommen“ und „Verfluchter Film! Verfluchter Dreh! Verfluchte Rolle! Verfluchter Zulawski!“.

In keiner anderen Rolle muss sie so an ihre eigenen Grenzen gehen wie in der Rolle der Nadine in „Nachtblenden“. „Nachtblenden“ zeigt sie in schonungsloser Offenheit in der Darstellung sämtlicher menschlicher Abgründe.

Für ihre grandiose Darstellung der Nadine in der „Nachtblende“ erhält Romy Schneider am 3. April 1976 den César als beste Schauspielerin. Sie widmet die Auszeichnung Luchino Visconti, der am 17. März 1976 verstorben ist.

In „Nachtblende“ ergibt sich auch die einzige Möglichkeit, Romy Schneider und Klaus Kinski (als exaltierter Theaterschauspieler Karl-Heinz Zimmer) gemeinsam vor der Kamera zu sehen.

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