Das Verhör

Ein Thriller der Extraklasse

Der Thriller „Das Verhör“ des französischen Regisseurs Claude Millers Film hatte am 23. September 1981 Premiere in den französischen Kinos.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Deutscher Titel: Das Verhör
  • Originaltitel: Garde à vue
  • Produktionsland: Frankreich
  • Originalsprache: Französisch
  • Erscheinungsjahr: 1981
  • Länge: 86 Minuten
  • Altersfreigabe: FSK 12
  • Regie: Claude Miller
  • Musik: Georges Delerue

Besetzung:

  • Lino Ventura: Inspektor Antoine Gallien
  • Michel Serrault: Jerome Martinau
  • Romy Schneider: Chantal Martinaud
  • Guy Marchand: Inspektor Marcel Belmont
  • Elsa Lunghini: Camille

Ein psychologisch ausgeklügeltes Kammerspiel

Die stark verdichtete Handlung in „Das Verhör“ ist ein hervorragendes Beispiel für ein psychologisch ausgeklügeltes, zeitlich auf wenige Stunden verdichtetes Kammerspiel.

Der Film konzentriert sich auf wenige, exzellente Schauspieler und kommt ohne Statisterie oder großen Dekorationsaufwand aus.

Ein Zeichen der Exklusivität des Genres ist der Verzicht auf grobe äußere Effekthascherei. Die Handlung spielt im Büro eines Polizeireviers statt. Dort entfaltet sich die Psychologie und Wirkung der intensiven Gespräche. Wenige gezielte Rückblenden reichen aus, um die Aufmerksamkeit des Zuschauers in die beabsichtigte Richtung zu lenken. Hauptthema von „Das Verhör“ ist der Widerspruch von juristischer und moralischer Schuld.

Der US-Autor der für den Film verwendeten Romanvorlage „Brainwash“ (dt. Titel „Gehirnwäsche“) John William Wainwright konnte auf Erfahrungen seiner eigenen Vita zurückgreifen. Er hatte zwanzig Jahre als Polizist in Yorkshire gearbeitet, bevor er eine Schriftstellerlaufbahn einschlug.

Zusammenkunft in einem Büro an der französischen Küste

In „Das Verhör“ beschränkt sich die Handlung zeitlich auf die Stunden einer Silvesternacht und dem darauf folgenden Neujahrsmorgen.

Der angesehene Notar Martinaud (Michel Serrault), der erfahrene Polizist Gallien (Lino Ventura) und sein junger Kollege Belmont (Guy Marchand) finden sich zu dritt im Büro eines französischen Küstenstädtchens ein. Martinaud soll Fragen beantworten, die von Belmont protokolliert werden, während sein Kollege Gallien die Ermittlung leitet.

Wer ist der Mädchenmörder?

Anlass der Zusammenkunft ist die Vergewaltigung und der Mord an zwei Mädchen einen Monat zuvor. Außerdem hat Martinaud eine weitere Leiche gefunden und möchte als Zeuge aussagen.

Zwischen den beiden intelligenten Gesprächspartnern entwickelt sich ein intensives, spannendes Rededuell. Das Verhör offenbart im Verlauf der Handlung immer mehr, dass Gallien in Martinaud nicht einen Zeugen, sondern den Mörder vermutet.

Seelische Untiefen

Martinauds Ehe ist zerrüttet und es gelingt ihm nur mit Mühe, die gutbürgerliche Fassade aufrecht zu erhalten. Auch kommt seine zynische Persönlichkeit unter dem Druck der Befragung immer mehr zum Vorschein. Aber auch die seelischen Untiefen der beiden Ermittlungsbeamten zeigen sich auf beeindruckende Weise.

Schließlich erscheint Chantal Martinaud (Romy Schneider) auf dem Polizeirevier und gibt zu Protokoll, dass sie ihren Ehemann verdächtigt. Sie liefert dafür auch einen Beweis. Martinaud ist völlig vor den Kopf gestoßen, dass ihn seine eigene Frau belastet, und gesteht resigniert die Ermordung der beiden Mädchen.

Noch während er im Polizeirevier ist, beweist der zufällige Fund einer weiteren Leiche seine Unschuld. So kann Martinaud das Polizeirevier als freier Mann verlassen, muss jedoch feststellen, dass seine Frau Selbstmord begangen hat.

Nominierung in 8 Kategorien:

„Das Verhör“ zählt zu den bekanntesten Filmen von Claude Miller, der durch die Zusammenarbeit mit Truffaut entscheidend geprägt wurde. Er ist Romy Schneiders vorletzter Film. 1982 dreht sie noch „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“, bevor sie am 29. Mai verstirbt.

1982 erhält das Meisterwerk acht César Nominierungen und gewinnt in vier Kategorien:

  • Bester Film,
  • Beste Regie,
  • Bester Hauptdarsteller (Michel Serrault) und
  • Bester Nebendarsteller Guy Marchand.

Er wird außerdem zum erfolgreichsten Film des Abends gewählt.

In der Bundesrepublik Deutschland startet „Das Verhör“ am 18. Februar 1982 und spielt einen Brutto-Gewinn von 23 Millionen Franc (ca. 3, 5 Millionen Euro) ein. Eine Neuverfilmung durch Stephen Hopkins kam im Jahr 2000 unter dem Titel „Under Suspicion – Mörderisches Spiel“ in die Kinos mit Gene Hackman, Morgan Freeman und Monica Bellucci.

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